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Die Gedenkstätte am Kieler Eck befindet sich in einer ehemaligen Führungsstelle der DDR-Grenztruppen am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal (heute Stadtbezirk Berlin-Mitte). Nach dem Mauerfall wurde sie zu einem Erinnerungsort für eines der ersten Todesopfer an der Berliner Mauer: Günter Litfin. Sie ist gleichzeitig ein Dokument des Grenzregimes und ein Zeugnis für seine Opfer.

Der ehemalige Führungsturm in der Kieler Straße, 1990
Der ehemalige Führungsturm in der Kieler Straße nach dem Mauerfall, 1990. Foto: Christian Halbrock

DER WACHTURM AM KIELER ECK

Entlang der Berliner Mauer standen zuletzt 280 Wachtürme, die mit Grenzsoldaten besetzt waren. 32 davon waren Füh­rungs­stellen. Von dort komman­dierten Offi­ziere oder Unter­offiziere die Be­satzun­gen der Wach­­türme und die Patrouillen in einem Grenzab­schnitt. Der Kommandeur war dafür verantwort­lich, dass in seinem Abschnitt keine Flucht gelang. Dazu stand er mit seinen Vorgesetzten, den Wachturmbesatzungen und der Volkspolizei in direktem Kontakt. In der Führungsstelle liefen die Informationen zusammen; dort war eine Alarmgruppe untergebracht, die gegen Flüchtlinge eingesetzt werden konnte.

Am 24. August 1961 versuchte Günter Litfin unweit der Führungsstelle am Kieler Ufer die Flucht nach West-Berlin und wurde erschossen.

DIE BERLINER MAUER

Weitere Informationen über die Geschichte der Berliner Mauer und die Funktionsweise des Grenzregimes der DDR finden Sie auf der Website der Gedenkstätte Berliner Mauer.

Gedenkstätte Berliner Mauer
Günter Litfin
Günter Litfin, Foto: Privatbesitz Jürgen Litfin
Gedenkstein Günter Litfin
Gedenkstein für Günter Litfin am Berliner Hauptbahnhof. Foto: Stiftung Berliner Mauer

GÜNTER LITFIN

Günter Litfin war das erste Todesopfer durch Schüsse an der Berliner Mauer. Er wurde am 19. Januar 1937 geboren und wuchs in Ost-Berlin auf. Bis zum Mauerbau am 13. August 1961 arbeitete er in West-Berlin. Vom politischen System in der DDR nicht überzeugt und nach dem Mauerbau von seinem Arbeitsplatz abgeschnitten, suchte er nach Fluchtwegen. Am 24. August 1961 versuchte er durch den Humboldthafen (nahe dem heutigen Hauptbahnhof) nach West-Berlin zu schwimmen. Nach Warnschüssen eröffneten Ost-Berliner Transportpolizisten das Feuer und trafen ihn tödlich.

1962 wurde an der Sandkrugbrücke auf West-Berliner Seite ein Gedenkstein eingeweiht.Im Jahr 2015 fand die feierliche Versetzung des Steines an den Ort statt, an dem Günter Litfin getötet wurde.

TODESOPFER AN DER BERLINER MAUER

Weitere Informationen über Günter Litfin und andere Maueropfer finden Sie auf der Website der Gedenkstätte Berliner Mauer

Gedenkstätte Berliner Mauer
Gedenkstätte Günter Litfin
Der ehemalige Führungsturm am Kieler Ufer, 2018. Foto: Stiftung Berliner Mauer
Übergabe an die Stiftung Berliner Mauer
Jürgen Litfin (r) bei der Übergabe der Gedenkstätte an die Stiftung Berliner Mauer, 2017. Foto: Stiftung Berliner Mauer

DIE GEDENKSTÄTTE

Günters Bruder Jürgen Litfin (1940-2018) versuchte sich zunächst mit den Verhältnissen in der DDR zu arrangieren. Nach einem abgelehnten Ausreiseantrag wurde er 1980 wegen angeblicher Fluchthilfe verhaftet. Von der Bundesregierung freigekauft, lebte er mit seiner Familie seit 1981 in West-Berlin. Die Erinnerung an seinen Bruder ließ ihn jedoch nicht los.

Nach dem Mauerfall setzte Jürgen Litfin sich für den Erhalt der ehemaligen Führungsstelle ein. Durch dieses bürgerschaftliche Engagement blieb der Wachturm trotz umgebender Neubebauung erhalten. Am 24. August 2003 eröffnete er hier einen Erinnerungsort an die Berliner Mauer und ihr erstes durch Schüsse zu Tode gekommenes Opfer. Der von ihm gegründete Verein betreute die Gedenkstätte, bis sie 2017 in die Obhut der Stiftung Berliner Mauer kam.

Der Gedenkort ist in der Zeit von Mai bis September Samstags und Sonntags von 11 – 17 Uhr zugänglich.

STIFTUNG BERLINER MAUER

Die Gedenkstätte Günter Litfin ist Teil der Stiftung Berliner Mauer. Zweck der Stiftung ist es, die Geschichte der Berliner Mauer und der Fluchtbeweg
ungen aus der Deutschen Demokratischen Republik zu dokumentieren und zu vermitteln, sowie deren historische Orte und authentische Spuren zu bewahren und ein würdiges Gedenken der Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft zu ermöglichen.

Stiftung Berliner Mauer

FÜHRUNGEN

Führungen für angemeldete Besuchergruppen werden von April bis Oktober angeboten. Einzelheiten zu den Angeboten können Sie den nebenstehenden Beschreibungen entnehmen.

Wichtiger Hinweis

Der Turm ist nicht barrierefrei.
Corona-bedingt dürfen BesucherInnen den Turm derzeit nur einzeln und mit FFP2-Maske betreten. Festes Schuhwerk ist unbedingt erforderlich. BesucherInnen sollten schwindelfrei sein (steile Treppen!).

Kontakt

Stiftung Berliner Mauer
Besucherservice

LIVE-SPEAKING

Warum steht in der Kieler Straße ein Wachturm? Wie wurde er zu einer Gedenkstätte? Und wer war Günter Litfin? Kommen Sie mit diesen und vielen weiteren Fragen einfach vorbei. Unsere Live Speaker sind für Sie da und geben fachkundig Auskunft. Sie informieren über die Berliner Mauer oder kommen mit Ihnen zur Veränderung der Stadt nach dem Mauerfall ins Gespräch.

Das Angebot ist kostenlos und findet vor der Gedenkstätte statt. Der Wachturm kann einzeln betreten werden. Das Tragen einer FFP2-Maske ist erforderlich. Bitte beachten Sie die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln.

Treffpunkt:
Gedenkstätte Günter Litfin
Kieler Straße 2, 10155 Berlin

Termine

Samstags von 14 – 17 Uhr

Zusätzliche Termine

60. Todestag von Günter Litfin
Dienstag, 24. August 2021
10 – 17 Uhr

außerdem:
Sonntag, 22. August 2021
Dienstag, 24. August 2021
Sonntag, 29. August 2021
Sonntag, 3. Oktober 2021

jeweils von von 14 – 17 Uhr

Kosten

Das Angebot ist kostenlos.

Anmeldung nicht erforderlich


GRUPPENFÜHRUNGEN

Die Gedenkstätte Günter Litfin

Die Gedenkstätte Günter Litfin befindet sich in einer ehemaligen Führungsstelle der DDR-Grenztruppen. Am 24. August 1961 wurde unweit von hier Günter Litfin bei der Flucht erschossen. Die Teilnehmenden erfahren eine wenig bekannte Geschichte über Günter Litfin und dessen Bruder Jürgen Litfin, der nach 1989 die Führungsstelle vor Verfall und Abriss bewahrte und dort einen Erinnerungsort für seinen Bruder einrichtete. Anhand des historischen Ortes wird zudem die Funktionsweise des DDR-Grenzregimes aufgezeigt.

Treffpunkt:
Gedenkstätte Günter Litfin
Kieler Straße 2, 10155 Berlin

Die Führung ist nicht barrierefrei.

Termine und Anmeldung

Führungen für Besuchergruppen werden von April bis Oktober angeboten. Für die Buchung einer Gruppenführung verwenden Sie bitte das .

Dauer: 1 Stunde
Max. 15 TeilnehmerInnen

Kosten

3,50 €, ermäßigt 2,50 € pro Person, SchülerInnen kostenfrei

Wichtiger Hinweis

Der Turm ist nicht barrierefrei.
Corona-bedingt dürfen BesucherInnen den Turm derzeit nur einzeln und mit FFP2-Maske betreten. Festes Schuhwerk ist unbedingt erforderlich. BesucherInnen sollten schwindelfrei sein (steile Treppen!).

Kontakt

Stiftung Berliner Mauer
Besucherservice

ÖFFNUNGSZEITEN

Bis 3. Oktober 2021

Samstag und Sonntag
11 – 17 Uhr

Sonderöffnungszeiten

60. Todestag von Günter Litfin
Dienstag, 24. August 2021
11 -17 Uhr

Eintritt frei

ANFAHRT

Adresse

Gedenkstätte Günter Litfin
Kieler Straße 2
10155 Berlin

U6
U-Bahnhof Schwartzkopffstraße
BUS
120 – Bundeswehrkrankenhaus
BUS
120, 142, 147, 245
TXL – Invalidenpark
Tram
M5, M8, M10 – Invalidenpark
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